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„Gute Nachrichten vom Planeten“

Zum Auftakt der Projektwoche 2022 mit dem Motto: „Die Welt verändert sich … und wir?“ zeigte die UNESCO Beauftragte Inés Mercado der Marienauer Gemeinschaft heute einen Film.
Der Titel lautete: „Gute Nachrichten vom Planeten". Die Headline macht deutlich, dass es von überraschend vielen positiven Projekten auf unseren Planeten zu berichten ist. Dieser Beitrag des deutsch-französischen Senders ARTE zeigt Vorbilder des Gelingens, er befasst sich mit bisher (für uns Deutschen) weniger bekannten und neuen Ideen für eine nachhaltigere Energieversorgung. Es werden Beispiele aus Nachbarländern gezeigt, die Mut machen, die mögliche Lösungen dafür liefern, wie man auch mit Problemen der Natur in Verbindung mit Visionen der Menschen neue Wege gehen kann.

Island gilt als Vorreiter in der Erzeugung und Nutzung von „grüner“ Energie. Zwar bestimmen Erdbeben und Vulkanausbrüche das Leben der Isländer, aber die Hitze aus der Tiefe bringt auch Vorteile - ebenso wie auch tosende Schmelzwassermassen nicht nur zerstörerisch sein können. Die Ingenieure auf der Halbinsel Reykjanes sind sich darüber einig, dass die „Mutter Erde sagt, wo es lang geht“, denn sie verstehen es, ihren Strom aus der Kraft des Wassers zu beziehen und sich zur Beheizung die hohe geothermale Aktivität ihrer Insel zunutze zu machen. Islandurlauber kennen die beliebten natürlichen heißen Quellen bzw. die künstlich angelegten Hot Pots. Während Erdwärme immer noch vor allem für die Versorgung mit warmem Wasser und zur Beheizung genutzt wird, produzieren Wasserkraftwerke rund 80 Prozent der isländischen Elektrizität.

Die dänische Insel Samsö ist Dänemarks Aushängeschild, wenn es darum geht zu zeigen, dass die Energiewende zu schaffen ist. Sie ist nicht nur klimaneutral, sondern sogar emissions-negativ. Elf landgestützte Windräder decken den gesamten Stromverbrauch. Die Fernwärme, an deren Netz die größeren Siedlungen inzwischen angeschlossen sind, wird zum größten Teil durch das Verbrennen des Strohs von den eigenen Feldern erzeugt. Die Bevölkerung ist finanziell an den Windturbinen beteiligt und an innovativen Lösungen interessiert. So nutzt ein Bauer, dessen Hof außerhalb des Fernwärme-Verteilnetzes liegt, seine Kühe, um das Haus warm zu halten: Wenn er nach dem Melken die Milch von 39 auf 6 Grad kühlen muss, fängt ein Wärmetauscher diese Energie auf und wärmt damit das Wasser der Bodenheizung.

Ortswechsel: Bereits im 15. Jahrhundert wurden auf Madeira die ersten Bewässerungskanäle angelegt. Heute werden insgesamt drei Elektrizitätswerke mit dem Wasser von künstlichen Wasserfällen, sog. Levadas, betrieben, bevor das Wasser dem eigentlichen Zweck der Bewässerung den Kanälen zugeführt wird. Die Levadas werden ständig gewartet, denn das Wasser muss stets gleichmäßig fließen. Sie leiten das Wasser aus den niederschlagsreichen Regionen im Norden und im Zentrum der Insel zu den landwirtschaftlichen Anbaugebieten im trockeneren Süden.

Die schottische Inselgruppe Orkney ist ebenfalls Pionierin in Sachen Energiewende. Sie ist bekannt für reißende Strömungen und hohe Wellen. 700 Windräder stehen hier. Orkney nutzt eine Reihe modernster Technologien, darunter Stromerzeugung mit Wind und Wellen sowie Elektrolyse, um überschüssige Energie als Wasserstoff zu speichern. Kürzlich gab die Regierung den Startschuss für ReFLEX (Responsive Flexibility): Ein Projekt zum Aufbau eines virtuellen Energienetzwerks, das Angebot und Bedarf koordinieren soll. Dazu kombiniert es verschiedene Technologien und Energiequellen. So wurde 2003 das Forschungszentrum European Marine Energy Centre EMEC ins Leben gerufen, welches die Aufgabe hat, den Stromüberschuss sinnvoll zu verwenden und gleichzeitig Alternativen zur Windenergie zu erforschen.

Diese Beispiele aus verschiedenen Regionen machen deutlich, dass Erfindungsreichtum, Unternehmergeist und eine gut funktionierende Gemeinschaft zu innovativen Lösungen führen können. Der Film „Gute Nachrichten vom Planeten" regt einerseits zum Nachdenken an, zeigt aber auch, dass es sich lohnt, sich für unsere Planeten zu engagieren.