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Igel sind Kakteen, die gehen.

Beim Poetry-Slam-Workshop mit dem renommierten Spoken-Word-Künstler Bas Böttcher arbeiteten Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Jahrgänge intensiv an und mit Sprache.


Sie entdeckten dabei die kreative Kraft der Worte neu. Unter der Anleitung von Bas Böttcher setzten sie sich zwei Tage lang mit Bedeutungen, Mehrdeutigkeiten und Wortspielen der deutschen Sprache auseinander.
Ohne das Falsche gäbe es das Richtige nicht
„Beim Poetry Slam kommt es auf das Hier und Jetzt an“, betonte Bas Böttcher und ermutigte die Schülerinnen und Schüler, mutig mit Sprache zu experimentieren. Dabei wurde schnell deutlich: Viele Ideen entstehen gerade aus Fehlern. Denn ohne das vermeintlich Falsche gäbe es das Richtige nicht.
Ja, Jahr
Auch die Mehrdeutigkeit gesprochener Sprache spielte eine wichtige Rolle. Während im Schriftlichen oft Eindeutigkeit dominiert, eröffnet das Gesprochene neue Interpretationsräume, zum Beispiel bei Wortpaaren wie ja - Jahr, mehr - Meer, Lehre - Leere. Diese sprachliche Vieldeutigkeit nutzten die Schüler gezielt, um ihren Texten zusätzliche Bedeutungsebenen zu verleihen.

Das macht die Sprache. Die Macht der Sprache
Die Schüler erfuhren Sprache als lebendiges Ausdrucksmittel: Sie kann verbinden oder verletzen, inspirieren oder irritieren. Gerade im Deutschen mit seiner Wortbildungsvielfalt zeigt sich, wie flexibel Sprache eingesetzt werden kann. „Sprache kann ein Spiel sein aber auch ein scharfes Schwert“, wurde im Workshop deutlich. Entsprechend reflektierten die Schülerinnen und Schüler auch ihre Verantwortung im Umgang mit Worten.
Wenn wir unsere Eindrücke ausdrücken
Im Workshop entwickelten die Kinder und Jugendlichen eigene Texte. Sie erfuhren, wie Sprache Eindrücke nicht nur beschreibt, sondern formt und intensiviert. Worte wurden zu Werkzeugen, mit denen sich Gedanken schärfen und Emotionen greifbar machen lassen.
Zusammensetzen und sich damit auseinandersetzen
Sprache wurde dabei als Baukastensystem erlebt: Wörter lassen sich wie Legosteine kombinieren, zerlegen und neu zusammensetzen. Ob „Apfel-Kuchen“ oder „Haus-Tür-Schlüssel“. Auch scheinbar einfache Begriffe entfalteten plötzlich neue Ebenen, vergleichbar mit einer Matrjoschka, in der sich weitere Worte verbergen: Steuer – teuer – euer – „EU“.
Den Höhepunkt bildete der Poetry Slam-Abend im Treppenaus der Marienauer Haupthauses am 25. April 2026: Die Schülerinnen und Schüler trugen ihre eigenen, in den zwei Tagen entstandenen Werke eindrucksvoll, mutig und mit großer Ausdruckskraft vor. Teilweise lustig, teilweise nachdenklich stimmend, tiefgründig und emotional. Die Texte entstanden aus Beobachtungen, Erfahrungen, Wünschen und Gefühlen. Moderiert von Bas Böttcher entstand eine besondere Atmosphäre, in der Sprache unmittelbar erlebbar wurde.

Der Workshop zeigte: Wissenschaft schafft Wissen und Sprache schafft Verbindung. Und man bemerkt:
Man bekommt es immer hin. Immerhin.