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Unsere Antwort auf PISA: 800.000 Euro für MINT Exzellenz

Die PISA Studie 2026 zeigt: Deutschlands Schülerinnen und Schüler tun sich zunehmend schwer mit naturwissenschaftlichen Zusammenhängen.


Fast jeder vierte 15-Jährige verfehlt das grundlegende Kompetenzniveau. Für uns als privates Internatsgymnasium sind diese Ergebnisse kein Anlass für Resignation, sondern ein Auftrag zum Handeln. Wissen allein reicht nicht. Junge Menschen müssen verstehen, wie die Welt funktioniert, Fragen stellen und eigene Lösungen entwickeln können. Wer Zusammenhänge versteht, kann Zukunft mitgestalten.

 

Neue Räume für neues Denken
Mit dem Projekt „Naturwissenschaftliches Zentrum+“ investieren wir rund 800.000 Euro in moderne Lernräume und zukunftsweisende Ausstattung. Biologie, Physik und Chemie werden in einem interdisziplinären Open Lab zusammengeführt. Außerdem entstehen ein MakerSpace mit KI Labor, 3D Druck, Robotik und Videoproduktion.

Die neuen Räume sollen Neugier wecken, Kreativität fördern und eigenständiges, problemlösendes Denken ermöglichen. Viele Altschülerinnen und Altschüler unterstützen die Investition, weil sie aus eigener Erfahrung wissen, welchen Wert fundierte Bildung für die Zukunft hat. „Globalisierung, Vernetzung und Digitalisierung verändern unsere Lebens- und Arbeitswelten rasant. Bildung für morgen muss mehr als bisher auf gemeinsames, problemlösendes Handeln ausgerichtet sein, statt auf bloßen Wissenserwerb“, erklärt Lars Humrich, Schulleiter. „Wir wollen Schülerinnen und Schüler befähigen, ihre individuellen Stärken zur Gestaltung einer nachhaltig lebenswerten Zukunft einzubringen.“

 

Individuelle Förderung, wissenschaftliches Denken
Wie dieser Anspruch im Schulalltag wirkt, beschreibt Makhir Yaman. Der 19 Jährige ist seit vier Jahren Schüler in Marienau und hat es bei der Chemie Olympiade unter die ersten zehn in Niedersachsen geschafft: „Was mich in Marienau von Anfang an beeindruckt hat, sind die Lehrer. Viele haben promoviert, sie denken wie Wissenschaftler und bringen dieses Denken in jeden Unterricht. Das Niveau ist außergewöhnlich und trotzdem lässt hier niemand einen Schüler zurück. Jede Frage wird ernst genommen, jeder Schüler individuell begleitet. Für mich war das der Weg zur Chemie Olympiade.“
Marienau verbindet fachliche Stärke mit persönlicher Entwicklung. Im ECO Profil denkt die Schule Ökonomie und Ökologie zusammen. Schülerinnen und Schüler sollen nicht zu passiven Empfängern von Wissen werden, sondern zu verantwortungsvollen Gestaltern ihrer Zukunft.

Was aus Marienauern wird
Dass aus dieser Haltung besondere Wege entstehen können, zeigen die Lebensläufe ehemaliger Marienauer. Philipp Schröder, CEO und Mitgründer des CleanTech Unternehmens 1KOMMA5°, besuchte Marienau von 1994 bis 2003. Rückblickend sagt er: „Menschwerdung stand im Mittelpunkt in Marienau. Dabei habe ich vor allem zwei Dinge mitgenommen: Erstens, es ist in Ordnung, ja bereichernd anders zu sein, und zweitens: Freundschaften für mein Leben. Beides sind bis heute die Grundlage meiner Persönlichkeit.“

Prof. Dr. Frank Stangenberg-Haverkamp arbeitete vier Jahrzehnte für den internationalen Pharma- und Chemiekonzern Merck, Darmstadt, davon die letzten zehn Jahre an der Spitze des Unternehmens und als Oberhaupt der Unternehmerfamilie Merck. Mit Blick auf die aktuellen PISA-Ergebnisse findet er deutliche Worte: „Die aktuellen PISA Ergebnisse überraschen mich nicht. Sie bestätigen, was ich in Jahrzehnten internationaler Unternehmensführung immer wieder beobachtet habe: Deutschland verliert den Anschluss nicht wegen mangelnder Intelligenz der nachwachsenden Generation, sondern wegen mangelnder Vorbereitung. Wir bilden junge Menschen gut darin aus, vorhandenes Wissen abzurufen und zu wenig darin, es anzuwenden, zu hinterfragen und selbständig weiterzudenken. Naturwissenschaftliches Denken ist kein Schulfach, es ist die Bereitschaft, Zusammenhänge zu verstehen, bevor man urteilt, zu reflektieren und mit Komplexitäten umzugehen. Genau das gehört zu den Kernkompetenzen, die ich als Schüler aus Marienau mitnehmen konnte. Was Marienau jetzt mit dem neu errichteten Naturwissenschaftlichen Zentrum schafft, ist kein Luxus, sondern eine Antwort auf eine der drängenden Fragen unserer Zeit: Wie bilden wir Menschen aus, die nicht nur wissen, sondern verstehen und Wissen gestaltend anwenden können?“

 

Ein Zeichen für die Zukunft
Marienau versteht das Naturwissenschaftliche Zentrum+ als konkreten Beitrag zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe. Wenn Deutschland innovativ, wettbewerbsfähig und ökologisch handlungsfähig bleiben will, braucht es junge Menschen, die Zusammenhänge durchdringen und Lösungen entwickeln. Lösungsorientiertes Denken beginnt in der Schule. Mit dem Naturwissenschaftlichen Zentrum+ schaffen wir einen Ort, an dem Schülerinnen und Schüler ausprobieren, verstehen und gestalten können.